Kappelbuck am Hesselberg
Streuobstwiesen, alte Kulturlandschaft und Naturerlebnis rund um den Hesselberg
Kurzüberblick
Wer den Kappelbuck besucht, findet keinen klassischen Wanderweg mit festem Start- und Zielpunkt. Stattdessen lädt das Gelände dazu ein, Natur und Kulturlandschaft Schritt für Schritt zu entdecken. Zwischen Streuobstwiesen, Wiesenflächen, Hecken und Aussichtspunkten warten 27 Erlebnisstationen sowie ein Friedensweg darauf, erkundet zu werden.
Der Kappelbuck ist ein Ort zum Verweilen, Beobachten und Lernen. Familien, Schulklassen, Gruppen und alle Naturinteressierten finden hier zahlreiche Möglichkeiten, die Landschaft rund um den Hesselberg aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.
Warum dieser Ort besonders ist
Der Kappelbuck vereint vieles, was für die Hesselberg-Region typisch ist: Streuobst, offene Wiesen, ruhige Aussichtslagen und regionale Kultur.
Jede Jahreszeit zeigt dabei ein anderes Gesicht. Im Frühjahr verwandeln die Obstbäume den Hang in ein weißes Blütenmeer. Im Sommer bestimmen Kräuter und Wiesenblumen das Bild, während im Herbst die Obsternte und regionale Produkte in den Mittelpunkt rücken. Selbst im Winter hat der Kappelbuck seinen Reiz, wenn die Landschaft zur Ruhe kommt und weite Ausblicke die Szenerie prägen.
Für den Landschaftspflegeverband ist der Kappelbuck ein Musterbeispiel dafür, wie Naturschutz, Landnutzung und Umweltbildung erfolgreich zusammenwirken können. Themen wie Streuobstpflanzung und- pflege, Beweidung, Offenhaltung wertvoller Flächen, die Erhaltung alter Obstsorten und die Vermittlung ökologischer Zusammenhänge werden hier direkt erlebbar. Deshalb ist der Kappelbuck auch einer unserer Lieblingsorte.
Was wir hier für Natur und Landschaft tun
Der Kappelbuck ist nicht nur ein schöner Ort, sondern auch ein Ort der aktiven Landschaftspflege und Umweltbildung. Das Grüne Klassenzimmer „Naturerlebnis Kappelbuck“ wurde im Frühjahr 2005 gemeinsam mit der Gemeinde Ehingen und vielen freiwilligen Helfern vom Landschaftspflegeverband aufgebaut und im Frühjahr 2006 offiziell eröffnet. Seitdem ist der Ort ein Beispiel dafür, wie sich Naturerlebnis, Bildungsarbeit und Pflege einer gewachsenen Kulturlandschaft sinnvoll verbinden lassen.
Unsere Lieblingsstationen am Kappelbuck
Am besten entdeckt man den Kappelbuck nicht in Eile, sondern in einzelnen Stationen. Für einen ersten Besuch empfehlen wir fünf Haltepunkte, die den Charakter des Geländes besonders gut zeigen.
1. Pavillon und Streuobstwiese
Der Pavillon ist der ideale Ausgangspunkt für einen Rundgang über das Gelände. Von hier aus eröffnet sich ein erster Überblick über die verschiedenen Themenstationen. Gleichzeitig wird schnell deutlich, dass die Streuobstwiesen und alte Landschaftsstrukturen das Herzstück des Kappelbucks bilden.
Zwischen alten Obstbäumen und extensiv genutzten Wiesen wird sichtbar, warum Streuobstbestände zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft zählen. Sie verbinden Artenvielfalt, traditionelle Nutzung und regionale Identität auf einzigartige Weise.
2. Landschaftspflege und Verbuschung
An der Station "Landschaftspflege, Verbuschung" wird anschaulich erklärt, warum artenreiche Offenlandflächen nicht von allein erhalten bleiben. Ohne Pflege würden sich nach und nach Sträucher und Gehölze ausbreiten und den Charakter der Landschaft verändern.
Hier wird deutlich, was Landschaftspflege in der Praxis bedeutet: mähen, beweiden, nachpflegen, entbuschen und Lebensräume offenhalten. Maßnahmen, die oft im Hintergrund stattfinden, werden am Kappelbuck verständlich und greifbar. Für Besucherinnen und Besucher ist das ein guter Ort, um zu verstehen, dass Naturschutz in solchen Landschaften oft aktive Arbeit bedeutet und nicht bloß „Natur sich selbst überlassen“.
3. Schäferei
Schafe gehören seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft Frankens. Die Station "Schäferei" zeigt, wie wichtig die Beweidung bis heute für den Naturschutz ist.
Durch das Weiden der Tiere bleiben Flächen offen und strukturreich. So entstehen Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Gleichzeitig wird ein Stück regionaler Kulturgeschichte lebendig gehalten. Landschaftspflege ist nicht nur Technik und Maßnahme, sondern oft eine Weiterführung traditioneller Nutzungsformen in zeitgemäßer Form.
Die Schäferei steht hier deshalb exemplarisch für das Zusammenspiel von regionaler Kultur und Landschaftspflege.
4. Eiskeller und Fledermäuse
Die Station „Eiskeller“ verbindet gleich mehrere Themen: Obst, alte Nutzungsgeschichte und Fledermäuse. Zwischen Geschichte und Naturschutz schlägt diese Station eine spannende Brücke. Der historische Eiskeller erinnert an frühere Nutzungsformen und bietet zugleich Lebensraum für Fledermäuse.
Wer hier Halt macht, entdeckt eine oft verborgene Seite der Natur. Gerade solche Rückzugsorte sind für viele spezialisierte Arten unverzichtbar und zeigen, wie eng Kulturgeschichte und Artenschutz miteinander verbunden sein können.
5. Backhaus
Das Backhaus steht für die genussvolle Seite des Kappelbucks. Hier wird deutlich, dass Landschaftspflege nicht nur Lebensräume erhält, sondern auch regionale Produkte und Traditionen fördert.
Frisches Brot aus dem Holzofen, Streuobstsaft, Most oder Secco schaffen eine direkte Verbindung zwischen Landschaft und Genuss. Sie zeigen, welchen Wert eine gepflegte Kulturlandschaft auch für die Menschen vor Ort hat.
Natur erleben
Ob Vogelstimmen in den Hecken, Insekten in blühenden Wiesen oder alte Obstsorten auf den Streuobstflächen: Der Kappelbuck lädt dazu ein, genauer hinzusehen. Zahlreiche Stationen beschäftigen sich mit Themen wie Vögeln, Bäumen, Geologie, Imkerei, Fledermäusen, Hecken oder den unterschiedlichen Lebensbedingungen von Pflanzen.
Gerade diese Vielfalt macht den besonderen Reiz des Geländes aus. Statt einzelner Sehenswürdigkeiten steht hier das Verständnis für ökologische Zusammenhänge im Mittelpunkt.
Gut zu wissen
Der Kappelbuck eignet sich besonders für Familien, Schulklassen, Vereine und Gruppen. Führungen, Angebote im Grünen Klassenzimmer, Kräuterführungen oder Backaktionen machen den Besuch zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Auf der Website findet man mehr Informationen zum Programm.
Anfahrt
91725 Ehingen, Königshofener Straße in Beyerberg